Das war’s…

 

Das war’s…
…für dieses Jahr mit den Barista Meisterschaften…
– Ich denke nicht!!!

Sicher haben wir alle zusammen, die wir in den letzten Tagen in München vor Ort waren, per Livesteam am Bildschirm oder in die Vorbereitungen involviert waren, die tollen, aber auch anstrengenden Tage hinter uns gebracht. Jeder wird viele schöne Erlebnisse und Erfahrungen mit nach Hause nehmen, aber sicher ist auch bei dem ein oder anderen etwas Frust oder Ernüchterung mit dabei.

Bei mir ist es ähnlich. Ich freue mich, dass München geschafft ist, obgleich ich auch etwas Wehmut verspüre. Man kann ja über die Kaffeemeisterschaften vieles sagen, nur eins ganz bestimmt nicht, dass sie an irgendjemandem (der sich für Kaffee interessiert) spurlos vorbei gegangen sind!

Es gab viel Neues zu sehen und zu erleben. Es gab in allen Kategorien Teilnehmer, die von Altbewährtem bis hin zu neuentwickelten Methoden und Ansätzen alles gezeigt haben. Es gab eine tolle Moderation – kurzweilig und informativ zugleich. Einen perfekt organisierten Vorbereitungsbereich mit tollen, hilfsbereiten Helfern. Einen Zeitplan, der (solange ich bei Meisterschaften dabei bin) noch nie so penibel eingehalten wurde und somit aufgegangen ist. Es gab Tränen der Freude, aber auch welche der Erschöpfung und Verzweiflung. Und an jeder Ecke begeisterte Zuschauer, Teilnehmer, Aussteller und Sponsoren; auch wenn es die eine oder andere Situation gab, die für Unmut gesorgt hat.

Aber unterm Stich gehen wir doch alle mit einem positiven Gefühl nach Hause, oder? So war mein Empfinden am Abend danach. Aber mit ein paar Stunden Abstand, ein paar Kaffee außerhalb der Messehalle und nach ein paar Stunden Zugfahrt, muss ich sagen, kommt bei mit immer mehr die Frage auf, wollen wir uns mit dem was hier „passiert“ ist zufrieden geben? Ja – dürfen wir dieses überhaupt.

Ich denke nicht, und so habe ich mich mal nach weiteren Meinungen umgehört. Die eigene Meinung ist ja auch meistens etwas einseitig. Also habe ich mal rumgehört, was die Kollegen und Freunde so sagen. Hier war auch alles dabei – von Lob für tolle Teilnehmer, tolle Kaffees, tolle Organisation und, und, und, aber es gab auch einige kritische Stimmen. Gut, die gibt es immer…aber wenn man sich mal die Begründungen zu diesen Stimmen durchliest, dann hat das für mich alles Hand und Fuß. Klar sind dort Aspekte und Vorschläge dabei, die sich vielleicht nicht direkt und einfach umsetzen lassen. Die ein oder andere Regeländerung macht sicher viel Sinn und das Ganze noch spannender, aber das wird ein langer Weg hier die passenden Änderung über die SCAE/SCAA, WCE und so weiter herbei zu führen. Andere Meinungen bezogen sich auf die geleistete Arbeit und die Finanzierung der Meisterschaften. Hier gab es auch viel Lob, aber auch ganz viele deutliche Worte. Und immer wieder kam die Frage nach dem „Und was machen wir jetzt? Wie geht es weiter?“ auf. Klar sollten alle Gewinner, Aussteller, Sponsoren und Veranstalter jetzt erst mal feiern und den Erfolg genießen, aber wollen wir jetzt einfach all die Kritik wegfeiern und dann mal schau’n was nächstes Jahr passiert oder ob überhaupt was passiert?? Ich denke, wir sollten doch die Euphorie die gerade bei den meisten herrscht nutzen und die Weichen für eine (noch) bessere Zukunft für die SCAE in Deutschland nutzen. Denn ich denke, dass wir nur als funktionierende Gemeinschaft unser aller Liebling – den Kaffee – noch besser voranbringen können.

logo

Im Rahmen der Meisterschaft fand auch eine Mitgliederversammlung der SCAE statt. Die Teilnahme an dieser hat mich zum einen schockiert, aber auch ermutigt. Gerne nenne ich euch, was bei mir auf der positiven und der negativen Seite steht. Vorab möchte ich sagen, dass ich leider den ersten paar Minuten der Versammlung nicht beiwohnen konnte (Nachbereitung von der Bühnenpräsentation) und diese daher nur aus Erzählungen kenne und bewerten kann.

Aber mein erster Eindruck als ich den Raum betreten habe, war schon sehr positiv! So lange ich Mitglied der SCAE bin, gab es glaube ich noch nie eine so gut besuchte Mitgliederversammlung. Auch wenn es gleichzeitig wieder etwas erschreckend war, wie viele Mitglieder, die auch in München bei den Meisterschaften waren, nicht anwesend waren, aber im Vorfeld konstant kundgetan haben, das es bei der momentanen Arbeit des SCAE-Vorstandes einiges zu besprechen und zu verändern gibt. Schade, dass diese Leute, die hier gebotene Chance nicht genutzt haben und sei es nur um sich mal ein Bild „vor Ort“ zu machen!

Zu Anfang wurde wohl die Finanzlage besprochen. Aussagekräftige Zahlen gab es wohl nicht, aber die groben O-Töne, dass Geld im Verein wohl eher Mangelware ist. Schade, dass es hier keinen detaillierten Kassenbericht gab, so dass es für alle Mitglieder transparent ist, was rein kommt und was (wofür) bezahlt wird – so gibt es für die Mitglieder keine Möglichkeit detaillierte Vorschläge zur Optimierung anzubringen. Nach den Finanzen ging es recht schnell und lange um die Zusammenarbeit im Verein, welche Vorteile die SCAE eigentlich für Mitglieder und Sponsoren bringt und welche Möglichkeiten der Unterstützung die SCAE seinen Mitgliedern bieten kann. Hier wurde die Diskussion dann doch etwas intensiver. Am Ende stand, dass der Verein bei der Umsetzung von Events gerne helfen will und kann, und dass es Bedarfslisten für eben diese Events gibt. Der Vorstand hat klar gemacht, dass es eine Menge Arbeit ist, das alles zu stellen und das man eigentlich unterbesetzt ist. Im März gäbe es Wahlen, da könnte man diesen ja erweitern oder sogar erneuern. Leider gab es keine konkrete Aussage des Vorstandes welche Positionen / Fähigkeiten man denn zwingend neu besetzen müsste. Man will lieber schau’n wer sich meldet und mal schau’n wie man diese Personen dann einbeziehen kann.

Das Ausbildungskonzept scheint, trotz Stolpersteinen aus London gut zu funktionieren. Bei den Mitgliederdaten und der damit verbundenen Verwaltung sieht es sehr kompliziert aus. Bei dem ein oder anderen Mitglied kam auch etwas Missstimmung auf, als man sich immer wieder auf alte Dispute und Verstimmungen bezog, die dann das Verbreiten von Veranstaltungen im SCAE Newsletter oder das Einladen und Besuchen von Veranstaltungen verhinderten. Mir persönlich wurde auch immer wieder zu weit nach hinten geschaut und das konkrete „wie packen wir es jetzt an“ vernachlässigt, ebenso wie das „welche Möglichkeiten haben wir jetzt etwas anzustoßen oder zu bewegen“ (vielleicht noch mit den Mitgliedern vor Ort und der Euphorie und der positiven Stimmung bei den Meisterschaften).

Gut, dass dann doch noch eine spontane Liste (initiiert von Katharina Gerasch) die Runde machte, wo sich Leute eintragen konnten, die sich einbringen wollen. Knappe zwanzig Namen müssten nach meinem Empfinden notiert sein. Ich bin gespannt, wie und ob man diese Liste nutzt und auch wie viele von den Eingetragenen dann wirklich was bewegen wollen und sich selber einbringen.

Lassen wir uns überraschen.

Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen, die ich euch gerne später im Text noch erläutern werde.

plakat

Aber erst möchte ich noch ein paar Dinge ansprechen, die ich als Teilnehmer, Helfer und Zuschauer noch so als besonders positiv oder negativ empfunden habe. Vielleicht klingt das ein oder andere etwas zu euphorisch oder zu negativ, aber es gibt halt meine persönliche Bewertung wieder (und jedem sind ja durchaus andere Dinge wichtig).

Fangen wir einfach mal vorne an. Im Vorfeld der Meisterschaften war ich in das ein oder andere Thema eingebunden und habe dort auch versucht nach meinen Möglichkeiten zu unterstützen. Ein Projekt, das ich unterstützt habe war die Grafik an der Kaffeebar. Hier sollten die Röster, die ihren Kaffee zu verschiedenen Zeiten ausschenken, mit Zeiten und Logos abgebildet werden. Einige scheinen hier sehr sprunghaft zu sein. Erst einen Slot buchen, immer wieder sagen „das klappt“, dann einfach nicht reagieren, wenn Grafiken benötigt werden… alles kein Problem, man kann sich ja behelfen – aber dann einen Tag vorher alles noch mal absagen, das ist dann schon ganz schön daneben. Bei mir war es nur die Grafik die geändert werden musste, aber andere Organisationsgremien hatten damit noch viel mehr Stress, Aufwand und Kosten. Vielleicht denken besagte Röster einfach mal vorher nach, was an ihrer Zusage so alles dran hängt.

Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich erst mal die vielen tollen Baristi an der Kaffeebar loben soll, die den Gästen und Besuchern unermüdlich Ihren Kaffee präsentiert und zubereitet haben oder die Freiwilligen, die einen Espresso nach dem anderen kassiert haben und so einen großen Teil zur Refinanzierung dieser tollen Kaffeebar und Präsentationsplattform für Röster beigetragen haben oder, ob ich mich über die ganz paar wenigen „Baristi“ aufregen soll, die nach ihrem Slot einfach alles stehen und liegen lassen haben und von dannen gezogen sind. Jeder sollte so viel Barista-Ehre haben, die gestellte Maschine und Mühle (was übrigens auf einem sehr hohen Level war) halbwegs sauber (wir sprechen hier jetzt nicht von etwas Grind und ein paar Wasserflecken) zu hinterlassen. Es kann nicht sein, dass es selbst zu viel verlang ist, den vollen Abwasserkanister während des Slots mal auszuleeren, diesen lieber randvoll laufen zulassen und einfach einen neuen daneben zu stellen. Habt wenigstens soviel Anstand und bedankt oder entschuldigt euch hierfür bei Wolfgang und Daniel, die eure „Sauerei“ auch noch nach Veranstaltungsende beseitigt haben.

team

Als Teilnehmer war ich dieses Jahr sehr froh, dass wir im Vorfeld der Meisterschaften einen festen Ansprechpartner hatten, der uns mit allen Infos versorgt hat und auch bei Fragen immer zur Seite stand. Ich habe, glaube ich, noch nie so viele Informationen vor dem Beginn der Meisterschaften bekommen. Teilweise wollte ich erst einen Spamfilter einrichten, da es kurz vor der Veranstaltung immer wieder Änderungen im Zeitplan gab. Schade eigentlich, dass es immer noch so viele Menschen gibt, die sich erst einmal bei Meisterschaften anmelden und einen Platz beanspruchen (obwohl man weiß, dass die Plätze begrenzt sind und man jemand anderen damit einen Platz wegnimmt) und dann nicht antritt. OK – es kann immer einen Grund geben, der eine Teilnahme nicht möglich macht, aber die Ausrede mein Chef…, das spontane Weihnachtsgeschäft… oder oder oder. Das kann alles nicht zählen! Ihr nehmt anderen motivierten Leuten die Startplätze weg. Ja, es gibt eine Warteliste, aber wer kann mal eben ganz spontan zwei Wochen vor den Meisterschaften sagen „OK, ich springe ein. Ich habe da mal was vorbereitet!“? Aber noch viel schlimmer finde ich die, die einfach nicht da sind. Habt Ihr denn überhaupt keinen Anstand? Es gibt Leute die wochenlang Pläne erarbeiten, damit auch jeder ganz komfortabel überall mitmachen kann, die Jury genügend Pause hat, um objektiv bewerten zu können und so weiter. Das kostet alles Zeit und Geld. Und davon haben wir leider alle nur sehr begrenzt! Es gibt sogar Leute die scheinen das jedes Jahr so zu machen… Ja, ihr seid aufgefallen!! Eine Anmeldegebühr scheint euch ja nicht zu jucken, daher bin ich auch der Meinung, wie viele andere auch, hier hilft nur eine Sperre für alle Wettkämpfe!

So und nun mal wieder etwas abregen… Ich glaube alle, die da waren, egal wie es gelaufen ist, gelernt haben wir wieder alle eine Menge! Und was für mich noch viel wichtiger ist, dass man sich in der Kaffeegemeinschaft doch auf einander verlassen kann (bis auf die paar Ausnahmen von oben). Ich habe es (mal wieder) selber erlebt. Alles Equipment nicht angekommen, aber trotzdem hätte ich innerhalb von Minuten alles doppelt und dreifach bekommen können! Ihr seid einfach ein super Haufen! Dafür hier noch mal ein ganz GROSSES DANKESCHÖN!!!

Ab Samstag war ich dann quasi nur noch Zuschauer und muss sagen, danke, dass wir so viele tolle Kaffeemenschen haben, die unser aller Lieblingsthema Kaffee nicht nur als Baristi, Röster und Co. tragen, sondern auch noch die Fähigkeit haben, durch ihre tolle Moderation, die breite Besucherfront zu begeistern und abzuholen. Danke dafür und für viele kurzweilige Stunden an: „Wer ist eigentlich dieser…. TOLGA“, Benjamin Hohlmann, Simone König und Joachim Kühne!

Eine Sache, die mir bei all der kurzweiligen Zeit im Publikum aufgefallen ist und welche sicher nicht mit einem richtig oder fasch zu beantworten ist, aber vielleicht ein kleiner Denkanstoß für uns alle sein kann: Wir sind auf den deutschen Kaffeemeisterschaften gewesen, unser Publikum war sicher ein bunter Haufen aus Baristi, Röstern, Kaffeeverrücken, aber auch aus Leuten, die sich auf diese Messe begeben haben, um Wurst, Wein, Käse und OBI-Eimer zu erstehen. Habt ihr euch mal Gedanken darüber gemacht, welch ein enormes Potenzial wir haben mit unseren Präsentationen auf der Bühne die „Kaffee-Nerd-Branche“ salonfähig zu machen? Sie einer breiten Masse zugänglich zu machen. Aber gelingt uns das, wenn wir auf der Bühne mit Hightech Equipment und chemischen Vorträgen Kaffee „kochen“ und Besuchern, die zu ihrem „Was tun die da“-Fragezeichen auch noch ein „komplexes englisches Dokumentationsfragezeichen“ servieren? Wenn wir Menschen begeistern möchten, müssen wir Ihnen den Zugang erleichtern. Die Qualität unseres Kaffees darf nicht leiden, aber vielleicht erklären wir ihnen einfach auf DEUTSCH was wir da tun!

So, das soll es auch erst einmal mit den Anmerkungen zu den Meisterschaften 2016 in München gewesen sein. Danke für die schöne Zeit, die wir hier alle gemeinsam erleben durften. Ein riesiges Dankeschön an alle, die teilgenommen, unterstützt, vorbereitet, organisiert und was auch immer getan haben. Ihr seid alle großartig!

Und jetzt möchte ich, wie weiter oben schon angekündigt, noch mal meine Schlüsse aus all den Dingen ziehen. Eigentlich geht es mir schwerpunktmäßig darum, wie wir die Zukunft der SCAE gestallten. Dazu habe ich einfach mal ein Entwurfspapier erstellt. Sicher ist es kein perfekter Entwurf, ob er mit dem Vereinsrecht zu 100% konform ist und ob er sich im Ganzen mit den Satzungen der SCAE verträgt, all das sind Dinge, die noch geklärt werden müssen. Aber ich glaube, es ist einfacher auf Grundlage einer niedergeschriebenen Basis zu diskutieren und Ideen zu sammeln, als nur zu meckern, dass etwas momentan nicht funktioniert.

Ich hoffe auf eine lebhafte Diskussion und viele freiwillige Unterstützer. Ein Punkt, der mir noch sehr wichtig ist, ist der, dass ich mich mit diesem Entwurf auf keinen Fall gegen den aktiven Vorstand stellen will oder das bisher Geleistete nicht mit dem nötigen Respekt betrachte. Ich weiß, wie schwer Ehrenamt ist und dass dieses auch neben viel Arbeit häufig mit einigem Gegenwind verbunden ist. Aber ich denke wir müssen die Zeit jetzt nutzen und mit der Euphorie der tollen Meisterschaft nach vorne blicken. Vielleicht bin ich jetzt in den Augen des ein oder anderen etwas schnell, aber mein Gefühl nach der Mitgliederversammlung ist, dass wir jetzt was starten müssen und nicht erst später! Bitte bringt euch alle ein!

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Ansatz für die Neu-/Umstrukturierung der SCAE Deutschland (e.V)

Momentane Situation:

Durch die zentrale Verwaltung von Mitgliedern und Finanzen in London, wird die Arbeit des Vorstandes und der Mitglieder in Deutschland stark gebremst (keine aktuellen Mitgliederlisten, Mitgliedsbeiträge werden nur in einem kleinen Rahmen aus London zurück an den deutschen Verein gezahlt. Veranstaltungen und Ausbildungsmaterial wird/muss über London laufen und im Rahmen von europaweiten Satzungen abgehandelt werden.

Zur Zeit gibt es die SCAE (Europa / London) als Dachverband (zukünftig zusammengelegt mit der SCAA) und einen eingetragenen Verein in Deutschland (SCAE Deutschland e. V.), welchem nur der Vorstand des deutschen SCAE Chapters angehört (zur Zeit vier Mitglieder). Der Vorstand des deutschen Chapters wird von allen deutschen Mitgliedern der SCAE (Europa) gewählt und tritt dann dem SCAE Deutschland e.V. bei. Durch dieses Model ist gewährleistet, dass man steuerrechtlich und auch versicherungstechnisch viele Vorteile hat, welche eingetragenen Vereinen in Deutschland zustehen.
Der (empfundene) Nachteil dieses Models ist, dass der Verein seinen eigentlichen Mitgliedern in Deutschland (sie sind ja keine Mitglieder im e.V. sondern in der SCAE (Europa)) keine Rechenschaft schuldig ist. Viele Mitglieder des Dachverbandes SCAE wissen überhaupt nicht, was der Vorstand macht. Es fehlt an Transparenz und Kommunikation.

Daher mein Vorschlag:

Jedes bestehende Mitglied der SCAE (Europa) in Deutschland bekommt die Möglichkeit Mitglied im SCAE Deutschland e.V. zu werden. Neumitgliedern wird direkt die Doppelmitgliedschaft angeboten. So ist es möglich der Satzung der SCAE (Europa) gerecht zu werden (Meisterschaften, Ausbildungsprogramm,..) und gleichzeitig schafft man einen lokal angelegten Verein (nach den rechtlichen Vorgaben für einen eingetragenen Verein in Deutschland), der seinen Mitgliedern Transparenz und Mitbestimmung ermöglicht.

Durch einen geringen Mitgliedsbeitrag hat man dann eventuell Möglichkeiten Kapazitäten für bezahlte Tätigkeiten in der Mitgliederverwaltung und der Organisation zu schaffen.

Zudem muss es Ziel des Vereins sein, seinen Mitgliedern dauerhaft (über das ganze Jahr hinweg) als Anlauf- und Informationsstelle zu dienen und die SCAE nicht nur zu den Meisterschaften, während des Barista Camps und bei der Ausbildung präsent zu machen, sondern eine dauerhafte Präsenz zu schaffen. Nur durch die dauerhafte Präsenz ist es dem Verein möglich, die Mitgliederzahl zu erhöhen und auch für Sponsoren interessant zu sein und damit eine Finanzierung bewährter und neuer Aktivitäten zu gewährleisten.

Auch die Aufteilung im Vorstand der SCAE Deutschland e.V. muss überdacht und neu strukturiert werden. Hier zu sollte man nicht nur auf Einzelpersonen zurückgreifen, sondern Gremien und Arbeitskreise gründen, die durch einen „Sprecher“ im „Hauptvorstand“ vertreten und repräsentiert werden.

Daher möchte ich hier mein Modell für die zukünftige Organisation der SCAE Deutschland zur Diskussion stellen:

SCAE (Europa)

SCAE Deutschland (e.V)

  • Hauptvorstand
    • Vorsitzende(r)
    • Vorsitzende(r)
    • Finanzen
    • Schriftführer
    • Presse und Marketing
    • Mitglieder
    • Ausbildung
    • Kommunikation
    • Event
    • Sponsoren

 


 

Funktionen:

  1. Vorsitzende(r)

– Vereinsvorstand

– Repräsentant der SCAE Deutschland

– Bindeglied zwischen SCAE Deutschland und der SCAE (Europa)

  1. Vorsitzende(r)

– stellvertretender Vereinsvorstand

– Repräsentant der SCAE Deutschland

– Bindeglied zwischen SCAE Deutschland und anderen nationalen Verbänden
(deutscher Kaffeeverband, Röstergilde)

Finanzvorstand

  • Sprecher des Gremiums Finanzen im Vorstand
    • Gremium Finanzen deckt folgendes Feld ab:
      • Verrechnung / Erhebung Mitgliedsbeiträge mit der SCAE (Europa)
      • Verrechnung / Erhebung Mitgliedsbeiträge nationaler Verein
      • Buchführung für Abrechnung mit der SCAE (Europa)
      • Buchführung für den nationalen Verein
      • Spenden und Spendenquittungen
      • Kassen- und Finanzberichte

 

Presse und Marketing

  • Sprecher des Gremiums Presse und Marketing im Vorstand
    • Gremium Presse und Marketing deckt folgendes Feld ab:
      • Erstellung von Pressemitteilungen und Pressetexten
      • Kommunikation von Aktivitäten und Aktionen an die Presse und Öffentlichkeit
      • Betreuung der Webseite SCAE
      • Betreuung des Auftritts in den sozialen Medien (Auftritte SCAE)
      • Erstellung oder Beauftragung von Print- und weiterem Marketingmaterial

 

Mitgliederverwaltung

  • Sprecher des Gremiums Mitglieder im Vorstand
    • Gremium Mitglieder deckt folgendes Feld ab:
      • bürokratische Organisation von Mitgliedern (Adressen,..)
      • Anweisungen an Gremium Finanzen zur Mitgliedsbeitragserhebung
      • Neumitgliedergewinnung (Unterstützung durch PR und Marketing)
      • Dialog mit Mitgliedern
      • Ansprechpartner für Mitglieder(fragen)

 

Ausbildung

  • Sprecher des Gremiums Ausbildung im Vorstand
    • Gremium Ausbildung deckt folgendes Feld ab:
      • Koordination Ausbildungsprogram mit SCAE
      • Bereitstellung von Ausbildungsmaterial
      • Entwicklung von Ausbildungsoptionen
      • Umsetzung von Ausbildungs-Lehrgängen (z.B. BaristaCamp)

 

Kommunikation

  • Sprecher des Gremiums Kommunikation im Vorstand
    • Gremium Kommunikation deckt folgendes Feld ab:
      • Kommunikation von Vorstandsentscheidungen an Mitglieder
      • Mitglieder Newsletter
      • „Überwachung“ von angestoßenen Diskussionen (Anregungen) im Vorstand oder im Mitglieder Dialog
      • Organisation von regelmäßiger Kommunikation mit den Mitgliedern (Info/Mitgliederversammlungen) und Sponsoren

 

Event

  • Sprecher des Gremiums Events im Vorstand
    • Gremium Events deckt folgendes Feld ab:
      • Organisation Events (Meisterschaften, BaristaCamp,…)
        • Mit Unterstützung von Orga-Komitees
      • Kommunikation mit Veranstaltern (Messen usw.)
      • Durchführung Events

 

Sponsoren

  • Sprecher des Gremium Sponsoren im Vorstand
    • Gremium Sponsoren setzt sich zusammen aus Sponsoren der SCAE und setzt sich für die Belange der Sponsoren und Unterstützer in der SCAE ein

 


 

Ich möchte noch mal betonen, das dass hier kein perfektes Model ist und es sicher viel zu Diskutieren gibt – also packen wir es an!

Ich freue mich auf einen regen Austausch, viel Vorschläge und vor allem viele freiwillige Mitstreiter!

 

In diesem Sinne

Philipp Diekmann

3 Kommentare zu „Das war’s…

  1. Ich muss ja schändlicherweise eingestehen, dass ich die Mitgliederversammlung in München auch geschwänzt habe. Allerdings nicht absichtlich – was meine Entschuldigung sein soll, nur eine Erklärung. War mit Daniel am anderen Ende von München, als der Blick auf die Uhr fiel. Hätten es nicht mehr auch nur ansatzweise rechtzeitig zurück geschafft. Was die angesprochene Liste angeht, würde ich mich auch darauf setzen lassen wollen. Könnte mir vorstellen, Daniel auch? Insbesondere die Regionalgruppen-Idee finde ich großartig, weil dann auch Leute, wie meine Wenigkeit (mit Familie/Kleinkind und 45h-Woche im Angestelltenverhältnis) sich leichter einbringen könnten. Große Reisen sind da nämlich zeitlich meist schwierig. In diesem Sinne: Danke Philipp für den Denkanstoß zur rechten Zeit! Wie kann man die Euphorie dieses großen Events besser nutzen, als sie in produktive Energie umzuwandeln? 🙂

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  2. Lieber Philipp, danke für diesen Beitrag und deine konstruktiven Vorschläge. Ich bin seit gut 2 Jahren aktiv in der Kaffeeszene, nicht nur in Deutschland, auch weltweit (jetzt sogar noch mehr durch mein Business). Allerdings bin ich weder der SCAA, noch der SCAE bisher beigetreten, da ich ehrlicherweise auf die Vereinigung gewartet habe! Ich finde es super wichtig, aus dem ganzen Ding ein großes Ganzes zu machen, wo alle an einem Strang ziehen – die specialty coffee community ist immer noch super klein, trotz allem. Ich bin sehr gespannt, wie eine vereinigte Association aussieht und sich gestaltet. Dieser werde ich dann definitiv auch beitreten. Nichtsdestotrotz braucht es support in den einzelnen SCAA/SCAE Ländern, da bin ich ganz deiner Meinung. Ohne die vielen Freiwilligen würde es wohl kaum laufen, wie am vergangenen Wochenende in München, das ich zum networking genutzt habe. Alles tolle Leute! Und, ich bin bereit und möchte mich gern einbringen! Mein Fachgebiet ist Marketing/Kommunikation! Falls ihr da noch support braucht! I’m right here. 🙂 Melanie

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  3. Lieber Philipp,

    vielen Dank für diese sehr umfangreiche Nachbetrachtung und Aufarbeitung. Auch ich gehöre leider zu denen, die zwar an den Meisterschaften teilgenommen, sich sonst in die Planung und Umsetzung nicht wirklich eingebracht haben. Auch bei der Mitgliedsversammlung war ich nicht anwesend. Dafür habe ich keine Entschuldigung (ich war ja in München), Grund war einfach Desinteresse. Dein Bericht zeigt mir aber, dass der tiefsitzende Frust gegenüber der SCAE (Deutschland), vielleicht unbegründet oder zumindest heilbar ist. Danke für das Augen öffnen. Deinem Ansatz kann ich gut folgen und bin gerne bereit mich mit einzubringen. An dieser Stelle würde ich auch gerne nochmal die Organisation der Meisterschaften loben, hier sind ganz oben auf der Liste Nicole und Bella zu nennen! Großartig! Den wahrscheinlich extrem hohen Einsatz an Kraft und Zeit (Lebens- und Arbeitszeit!), kann man unmöglich in Blumen aufwiegen.

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